BEDEUTUNG DER TERLUSOLLOGIE

„Das Erste, was der Mensch zu lernen hat, ist das Atmen“


soll Buddha einmal gesagt haben. Goethe meinte dazu:

 

 „ Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:

Die Luft einziehen, sich ihrer entladen.“

 

Seit Jahrhunderten wissen die Menschen von der Auswirkung der Sonnen- und Mondenergie auf die Erde. Die gesamten asiatischen Kulturen fußen in Medizin und Kunst auf der Erkenntnis, dass Sonne und Mond die Lebensrhythmen bis hin zur Atmung bestimmen.


Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckte Erich Wilk auf ganz eigene und persönliche Weise dieses Prinzip der Atem-Polarität. Nach langjährigen Forschungen und Beobachtungen legte er dar, dass sowohl Zeitpunkt und Ort der Geburt als auch Stand der Sonne und des Mondes die Prägung des Atemzentrums bestimmen. Im Moment der Geburt wird mit Beginn der eigenständigen Atmung der Atemrhythmus bzw. der Atemtyp festgelegt.

Je nachdem, welche Energie zu diesem Zeitpunkt überwiegt, die des Mondes oder die der Sonne, ist der Mensch ein Ein-  oder ein Ausatmer.


Die Ärzte Dr. med. Charlotte Hagena und ihr Sohn Christian Hagena entwickelten, die von Erich Wilk entdeckten, Gesetzmäßigkeiten weiter und fassten die Erkenntnisse unter dem Namen „Terlusollogie ®“ zusammen.

 


Einatmer/ Lunarer Typ

Grundsätzlich übt der Mond einen horizontal dehnenden Einfluss auf die Erde  aus, d.h. unser Atemsystem prägt sich bei überwiegendem Mondeinfluss als dehnendes Einatemsystem aus. Die Atmung ist geprägt durch eine aktive Einatmung bei gleichzeitiger  Dehnung der gesamten Atemhilfsmuskulatur und anschließender passiver Ausatmung.   


Ausatmer/ Solarer Typ

Die Sonne dagegen mit ihrer vertikal verengenden Wirkung auf die Erde, prägt das Atemsystem durch Verengung, also Ausatmung.  Die Atmung des Ausatmers zeichnet sich durch eine aktive Ausatmung bei gleichzeitiger Verengung der Atemhilfsmuskulatur aus. Danach wird die Luft passiv wieder ergänzt.

WIRKUNGSWEISE DER VITALÜBUNGEN DER TERLUSOLLOGIE

Richtiges Atmen gilt als einer der wirksamsten Verstärker für den Energiefluss in unserem Körper und damit für unser Wohlbefinden. Die Atmung wird frei und kann unter geringstem Energieaufwand ablaufen. So bestimmt der von der Natur vorgegebene Atemtyp unser Verhalten in vielen Lebensbereichen mit: 

Alle Bewegungen (Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen) sind unbewusst geprägt von dem eigenen Atemtyp.


Die von Erich Wilk entwickelten körperlichen Übungen unterstützen die typgerechte Atmung, da im Gehirn Signale erzeugt werden, die eine optimale typenrichtige Durchblutung bewirken. Somit wirken sie sich dehnend auf die Bewegungs- und verengend auf die Ruhezonen aus. Sie helfen dabei, die täglichen Verhaltensweisen dem eigenen Typ anzupassen, die Atmung zu automatisieren und schädliche Einflüsse des Alltagslebens auszugleichen.  Bei regelmäßiger Durchführung steigern die Übungen das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit und wirken Muskelverspannungen vor. Sie sind die Grundlage für die Arbeit mit der Sprech- und Singstimme, da dabei die typenrichtige Atmung trainiert wird.


Bei Kindern mit Lese- Rechtschreib- und/oder Rechenstörungen steigern die Übungen die Konzentration und Ausdauer und fördern die Körperwahrnehmung. Koordinationsstörungen werden somit ausgeglichen.

ANWENDUNG DER TERLUSOLLOGIE IN DER LOGOPÄDIE

1. Stimmstörungen

Für die logopädische/ stimmtherapeutische  Arbeit ist die Berücksichtigung der Typenpolarität besonders wichtig, da jeder Patient individuell nach seinem Atemtyp behandelt werden kann. Gerade bei funktionellen Stimmstörungen (Dysphonien) ist oftmals eine falsche Atmung die Ursache der Stimmprobleme. Erlernt der Patient die für ihn richtige Atmung in Verbindung mit typenrichtigem Verhalten wie Gehen, Sitzen, Stehen, Liegen, so stellt sich meist sehr schnell eine Verbesserung ein. Der Energiehaushalt ist wieder im Fluss, die Atmung erfüllt ihre Gesetze von Aktivität und Passivität und die Muskelspannung im Körper, insbesondere im Ansatzrohr, ist ausgeglichen.




2. Atemwegserkrankungen

Die Anwendung der typenrichtigen Atemmassage in Verbindung mit den entsprechenden Atem- und Körperübungen, kann vor allem bei Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder der weniger bekannten Störung Vocal Cord Dysfunction große Erfolge zeigen.  Verspannungen werden gelöst, sodass die Muskulatur für die Atmung wieder flexibel gemacht wird. 



3. Sprech- und Sprachstörungen  

Doch auch bei der Therapie von anderen Störungsbildern, wie beispielsweise Stottern oder Sprech- und  Stimmstörungen nach einem Schlaganfall, ist die Typenpolarität essentiell, da die Atmung die Basis für die Sprache darstellt. Gerade aus diesem Grund ist eine Berücksichtigung bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen oder einer LRS ebenfalls sehr wichtig.



4. Gesang

Die Atmung stellt die Basis der Stimme dar. Durch die typenrichtige Atmung ist es dem Sänger/ der Sängerin möglich auf Dauer die gesunde Stimmfunktion zu erhalten, da die Stimme ihren physiologischen Gesetzen folgen kann. Durch die typenrichtige Atmung und Haltung ist es dem Körper möglich einen guten Grundtonus aufzubauen, der  die Muskulatur in ihrer physiologischen An- bzw. Entspannung unterstützt. Ein anstrengungsfreies Singen ist damit gegeben.   

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